Du möchtest deinem neuen oder bereits bestehenden Heimtier, der Schildkröte, ein artgerechtes und sicheres Zuhause schaffen? Dieser Text liefert dir detaillierte und umfassende Ideen für die Gestaltung von Schildkrötengehegen in deinem Zuhause, egal ob drinnen oder draußen. Wir beleuchten die wichtigsten Aspekte, von der Größe über die Ausstattung bis hin zu spezifischen Bedürfnissen verschiedener Arten, um dir zu helfen, die optimale Umgebung für dein Reptil zu planen.
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Grundlegende Überlegungen vor der Gehegeplanung
Bevor du dich ins Detail der Gehegegestaltung stürzt, ist es essenziell, einige grundlegende Faktoren zu berücksichtigen. Diese bilden das Fundament für ein artgerechtes und langfristig erfolgreiches Heim für deine Schildkröte.
- Artenbestimmung: Die Bedürfnisse einer Wasserschildkröte unterscheiden sich fundamental von denen einer Landschildkröte. Kläre unbedingt die genaue Art und die damit verbundenen spezifischen Anforderungen (Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Licht, Bodengrund, Rückzugsmöglichkeiten).
- Größe des Geheges: Dies ist oft der kritischste Faktor. Pauschale Empfehlungen sind schwierig, da die benötigte Fläche von der Größe und Aktivität der Schildkröte abhängt. Als Faustregel gilt: Je größer, desto besser. Für Jungtiere mag ein kleineres Übergangsgehege ausreichen, aber erwachsene Tiere benötigen erhebliche Bewegungsfreiheit. Achte auf die Angaben zur Mindestgröße für die jeweilige Art.
- Standortwahl: Sowohl Innen- als auch Außengehege haben spezifische Anforderungen an den Standort. Für Außengehege ist ein sonniger, windgeschützter Platz ideal. Innengehege sollten Zugluft vermeiden und an einem Ort platziert werden, an dem die Schildkröte nicht ständig gestört wird.
- Sicherheit: Das Gehege muss ausbruchsicher und gleichzeitig für Fressfeinde unzugänglich sein. Denke an eventuelle Haustiere im Haushalt und wie du diese fernhalten kannst.
- Reinigung und Wartung: Plane von Anfang an, wie du das Gehege reinigen und instand halten wirst. Ein leicht zugängliches und gut durchdachtes Design erleichtert diese notwendige Arbeit erheblich.
Artenübergreifende Gehegeausstattung
Unabhängig von der genauen Schildkrötenart gibt es Grundelemente, die in keinem Gehege fehlen sollten, um das Wohlbefinden deines Tieres zu gewährleisten.
- Wärme und Licht: Schildkröten sind wechselwarme Reptilien und benötigen externe Wärmequellen sowie UV-Licht für die Vitamin-D3-Synthese und den Kalziumstoffwechsel.
- Spotstrahler/Wärmelampen: Diese erzeugen einen gezielten Wärmeplatz (Hotspot), an dem die Schildkröte ihre Körpertemperatur regulieren kann. Die Wattzahl muss an die Gehegegröße und die benötigte Temperatur angepasst werden.
- UVB-Lampen: Eine ausreichende UVB-Strahlung ist essentiell für die gesunde Knochenentwicklung und das Immunsystem. Achte auf Lampen mit speziellem UVB-Spektrum und einer angemessenen Leuchtintensität, die regelmäßig ausgetauscht werden müssen.
- Temperaturgradient: Innerhalb des Geheges sollte ein Temperaturgefälle herrschen, damit die Schildkröte zwischen warmen und kühleren Zonen wechseln kann.
- Bodengrund: Die Wahl des richtigen Substrats ist entscheidend für das Wohlbefinden, die Hygiene und die Möglichkeit zur natürlichen Verhaltensweise wie Graben und Verstecken.
- Für Landschildkröten: Eine Mischung aus Sand, Kokosfasern, torffreier Erde und ggf. Buchenhack ist oft eine gute Wahl. Sie sollte grabfähig sein, Feuchtigkeit speichern können, aber auch gut abtrocknen. Vermeide reine Sandböden, da diese austrocknen und die Atemwege reizen können.
- Für Wasserschildkröten: Der Bodengrund im Wasserteil sollte leicht zu reinigen sein. Grober Kies, der nicht verschluckt werden kann, oder ein leerer Bodengrund sind oft sinnvoller als feiner Sand, der das Wasser schnell verschmutzt.
- Versteckmöglichkeiten: Jede Schildkröte benötigt sichere Rückzugsorte, um sich zu verstecken, zu schlafen oder vor zu hoher Intensität zu schützen. Dies können Höhlen, Korkröhren, halbrunde Keramiktöpfe oder dichte Bepflanzungen sein.
- Wasserstelle:
- Für Landschildkröten: Eine flache Wasserschale, die leicht zugänglich ist und nicht zum Ertrinken führen kann, ist ausreichend. Regelmäßiges Wechseln des Wassers ist wichtig.
- Für Wasserschildkröten: Ein gut dimensionierter Wasserteil mit Filteranlage ist unerlässlich. Der Zugang zum Wasser und zum Ausstieg (Landteil) muss sicher gestaltet sein.
- Klettermöglichkeiten und Struktur: Das Gehege sollte interessant gestaltet sein. Wurzeln, Steine, Holzstücke oder Pflanzen (ungiftige!) können als Strukturgeber und Kletterelemente dienen, die das natürliche Verhalten fördern.
Spezifische Gehegeideen nach Lebensraum
Die Gestaltung des Geheges muss sich stark an den natürlichen Lebensraum der jeweiligen Schildkrötenart anlehnen.
Gehege für Landschildkröten
Landschildkröten benötigen viel Platz zur Bewegung und ein trockenes, warmes Klima. Außengehege sind für viele Arten die ideale Wahl.
- Außengehege:
- Begrenzung: Eine stabile, mindestens 30-50 cm hohe Mauer oder ein auf der Innenseite angebrachtes Netz (so dass die Schildkröte nicht über die Kante springen kann) sind üblich. Auch ein Graben kann als Ausbruchsschutz dienen.
- Boden: Eine Mischung aus Erde, Sand und Kies, die gut abtrocknet, ist empfehlenswert. Bereiche mit feuchterem Substrat können für bestimmte Arten nützlich sein.
- Bepflanzung: Ungiftige, robuste Pflanzen wie Sedum-Arten, Thymian oder verschiedene Gräser bieten Schatten, Verstecke und teilweise auch Nahrung.
- Sonnenplätze und Schatten: Ausreichend Sonneneinstrahlung ist lebensnotwendig, aber auch schattige Bereiche zum Abkühlen müssen vorhanden sein. Kleine Hügel oder erhöhte Steinplatten können als Sonnenbänke dienen.
- Schutzhütte: Eine einfache, wetterfeste Hütte oder ein Teil des Geheges, der vor starkem Regen und Wind geschützt ist, ist unerlässlich.
- Luftfeuchtigkeit: Einige Arten benötigen eine höhere Luftfeuchtigkeit, was durch das Anlegen kleiner, bepflanzter Zonen oder regelmäßiges Besprühen erreicht werden kann.
- Innengehege für Landschildkröten:
- Terrarium: Größere Terrarien (mindestens 100×50 cm für Jungtiere, deutlich größer für erwachsene Tiere) können als Übergangsgehege oder für Arten, die dauerhaft drinnen gehalten werden müssen, dienen.
- Technik: Effektive Wärmelampen und UVB-Strahler sind hier besonders wichtig, da sie die natürliche Sonneneinstrahlung simulieren müssen.
- Bodengrund: Ähnlich wie im Außengehege, aber auf die Trocknungsfähigkeit in geschlossenen Räumen abgestimmt.
- Struktur: Korkrückwände, Äste und Steine können das Terrarium optisch aufwerten und Struktur bieten.
Gehege für Wasserschildkröten
Wasserschildkröten benötigen sowohl einen ausgedehnten Wasserteil als auch einen trockenen Landteil zum Aufwärmen und Sonnenbaden.
- Aquaterrarium oder ein speziell angefertigtes Becken:
- Wasserteil: Dieser sollte den größten Teil des Geheges ausmachen und tief genug sein, um die Schildkröten vollständig unterzutauchen und schwimmen zu lassen. Die genaue Tiefe hängt von der Art ab.
- Filterung: Ein leistungsstarker Außenfilter ist unerlässlich, um das Wasser sauber und gesund zu halten. Die Filterleistung sollte deutlich über der empfohlenen Kapazität für die Beckengröße liegen.
- Heizung: Ein stabiler, gut gesicherter Heizstab hält das Wasser auf der artgerechten Temperatur.
- Landteil/Ausstieg: Eine große, leicht zugängliche und gut strukturierte Fläche, die vollständig trocken ist, ist notwendig. Dies kann eine Kokosnuss-Höhle, ein aufgestellter Stein oder eine spezielle Plattform sein.
- Beleuchtung: Neben der Grundbeleuchtung sind auch hier Wärmelampen und UVB-Strahler über dem Landteil erforderlich, damit die Schildkröten dort ihre Körpertemperatur regulieren können.
- Bodengrund (Wasserteil): Grober Kies, der nicht verschluckt werden kann, oder ein komplett leerer Bodengrund erleichtern die Reinigung.
- Dekoration im Wasser: Wurzeln, Steine und ungiftige Pflanzen können das Becken strukturieren und Versteckmöglichkeiten bieten.
Übersicht über Gehege-Elemente und ihre Bedeutung
| Element | Beschreibung | Bedeutung für die Schildkröte | Beispiele |
|---|---|---|---|
| Wärmequelle | Erzeugt einen Hotspot zur Thermoregulation | Regulierung der Körpertemperatur, Verdauung, Aktivität | Spotstrahler, Wärmelampen |
| UVB-Beleuchtung | Simuliert Sonneneinstrahlung für Vitamin-D3-Synthese | Kalziumstoffwechsel, Knochengesundheit, Immunsystem | UVB-Röhren, Kompaktlampen |
| Bodengrund | Substrat im Gehege | Grabverhalten, Verstecken, Hygiene, Feuchtigkeitsspeicherung | Sand-Erde-Gemisch, Kokosfaser, feiner Kies |
| Verstecke | Sichere Rückzugsorte | Schlaf, Ruhe, Schutz vor Stress, Temperaturregulierung | Höhlen, Korkröhren, Wurzeln |
| Wasserstelle | Trinkwasser oder Lebensraum für Wasserschildkröten | Hydration, Reinigung, Fortbewegung (bei Wasserschildkröten) | Wasserschale, Wasserbecken mit Filter |
| Strukturierung | Erhebung, Äste, Steine, Pflanzen | Anregung des natürlichen Verhaltens, Klettermöglichkeiten, Verstecke | Wurzeln, Steinaufbauten, Bodendecker |
DIY-Ideen und kreative Lösungen
Manchmal sind die besten Gehege eine Kombination aus gekauften Elementen und eigenen Ideen. Hier sind einige Anregungen:
- Strukturierte Rückwände: Korkplatten oder Styropor, das mit Fliesenkleber und Sand behandelt wird, kann eine tolle Basis für Kletterstrukturen und Verstecke im Terrarium sein.
- Eingebaute Wasserstellen: Für Landschildkröten kann eine flache Wasserschale bündig in den Bodengrund eingelassen werden, um den Zugang zu erleichtern und ein Umkippen zu verhindern.
- Mehrere Ebenen: Bei größeren Gehegen, insbesondere für agile Arten, können erhöhte Plattformen oder „Etagen“ zusätzlichen Lebensraum schaffen. Achte auf sichere Auf- und Abstiege.
- Naturnahe Gestaltung: Die Verwendung von Naturmaterialien wie unbehandeltem Holz, Steinen und Moos (bei geeigneter Feuchtigkeit) kann das Gehege nicht nur optisch aufwerten, sondern auch die natürliche Umgebung simulieren.
- Saisonale Anpassungen: Wenn du ein Außengehege hast, überlege dir, wie du es für den Herbst und Winter vorbereiten kannst. Ein frostfreies Überwinterungsquartier ist für viele Landschildkrötenarten unerlässlich.
Häufige Fehler bei der Gehegegestaltung vermeiden
Auch mit den besten Absichten können Fehler passieren. Sei dir der häufigsten Fallstricke bewusst:
- Zu geringe Größe: Der häufigste Fehler. Schildkröten brauchen Platz zum Graben, Laufen und Erkunden.
- Unzureichende Beleuchtung/Heizung: Mangelnde Wärme und UVB führen zu gesundheitlichen Problemen.
- Falscher Bodengrund: Zu feucht, zu trocken oder das Risiko des Verschluckens.
- Fehlende Verstecke: Gestresste und unsichere Tiere.
- Gefährliche Dekoration: Scharfe Kanten, leicht umfallende Gegenstände oder giftige Pflanzen.
- Schlechte Luftzirkulation (Innenhaltung): Kann zu Atemwegserkrankungen führen.
- Unzureichende Wasserqualität (Wasserschilkröten): Führt zu Krankheiten und Stress.
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FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Schildkröten Gehege Ideen für dein Zuhause
Wie groß muss ein Gehege für eine Griechische Landschildkröte mindestens sein?
Für eine einzelne Griechische Landschildkröte (Testudo hermanni) wird als Mindestgröße für ein Außengehege oft ein Bereich von 2×1 Metern für Jungtiere und mindestens 3×2 Meter für erwachsene Tiere empfohlen. Größer ist immer besser, da diese Tiere viel Platz zum Erkunden benötigen.
Welcher Bodengrund ist am besten für eine Sumpfschildkröte?
Für Wasserschildkröten im Wasserteil eignen sich grober Kies, der nicht verschluckt werden kann, oder auch ein leerer Bodengrund, um die Reinigung zu erleichtern. Im Landteil können Sie eine Mischung aus torffreier Erde, Sand und etwas Kokosfaser verwenden, die Feuchtigkeit gut speichert.
Brauche ich spezielle Lampen für mein Schildkrötengehege?
Ja, absolut. Sie benötigen sowohl Wärmelampen zur Erzeugung eines Hotspots als auch UVB-Lampen. UVB-Licht ist essenziell für die Vitamin-D3-Synthese, die wiederum für den Kalziumstoffwechsel und gesunde Knochen notwendig ist. Ohne diese speziellen Lampen kann deine Schildkröte schwere gesundheitliche Probleme entwickeln.
Sind Pflanzen im Schildkrötengehege gefährlich?
Pflanzen können eine Bereicherung für das Gehege sein, indem sie Schatten und Verstecke bieten. Allerdings musst du unbedingt darauf achten, dass alle Pflanzen für deine Schildkrötenart ungiftig sind. Recherchiere gründlich oder verwende nur Pflanzen, die nachweislich unbedenklich sind.
Wie oft muss ich das Wasser im Gehege einer Wasserschildkröte wechseln?
Bei einem gut funktionierenden Filtersystem und regelmäßiger Entfernung von Kot und Futterresten reicht ein Teilwasserwechsel von 25-50% pro Woche oft aus. Die Häufigkeit hängt aber stark von der Größe des Beckens, der Filterleistung und der Anzahl der Tiere ab. Regelmäßige Wassertests sind ratsam.
Kann ich eine Schildkröte dauerhaft in einem Terrarium halten?
Ob eine Schildkröte dauerhaft in einem Terrarium gehalten werden kann, hängt stark von der Art ab. Viele Landschildkrötenarten benötigen dringend den Kontakt zu natürlicher UV-Strahlung und die Möglichkeit, sich frei zu bewegen, weshalb Außengehege für sie oft unerlässlich sind. Für einige tropische Arten oder als Übergangslösung für Jungtiere kann ein gut ausgestattetes Terrarium geeignet sein, aber die Größe und die Technik müssen den Bedürfnissen der Art vollständig gerecht werden.
Welche Sicherheitsaspekte muss ich beim Bau eines Außengeheges beachten?
Ein Außengehege muss ausbruchsicher sein, das bedeutet, die Begrenzung muss stabil und hoch genug sein. Achte darauf, dass keine Lücken entstehen, durch die die Schildkröte entkommen könnte. Gleichzeitig muss es vor Fressfeinden wie Mardern, Katzen oder Greifvögeln geschützt sein. Ein stabiler Drahtgitterdeckel kann hier Abhilfe schaffen.