Du überlegst, dir ein exotisches Haustier anzuschaffen und fragst dich, welche Arten in Deutschland überhaupt erlaubt sind und worauf du achten musst? Dieser Leitfaden liefert dir alle wichtigen Informationen, um diese spannende Entscheidung verantwortungsvoll zu treffen und rechtliche Fallstricke zu vermeiden.
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Exotische Haustiere erlaubt: Was du wissen musst
Die Haltung exotischer Tiere ist ein faszinierendes Thema, birgt aber auch erhebliche Verantwortung und komplexe rechtliche Rahmenbedingungen. Bevor du dich für eine Schlange, eine Vogelspinne oder einen Fennek entscheidest, ist es unerlässlich, sich umfassend zu informieren. Die Gesetzeslage in Deutschland ist streng und dient dem Schutz der Tiere, der heimischen Umwelt und der öffentlichen Sicherheit. Es gibt keine einheitliche Liste aller erlaubten exotischen Haustiere, da die Regularien auf verschiedenen Ebenen – von Bundesgesetzen über Artenschutzabkommen bis hin zu landesspezifischen Verordnungen – existieren. Generell gilt: Je gefährlicher, invasiver oder vom Aussterben bedrohter eine Art ist, desto strenger sind die Haltungsbedingungen oder desto wahrscheinlicher ist ein Haltungverbot.
Gesetzliche Grundlagen und Verbote
In Deutschland regeln verschiedene Gesetze die Haltung von exotischen Tieren. Das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) und die darauf basierende Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) sind zentrale Säulen. Sie setzen internationale Abkommen wie das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) in nationales Recht um. CITES listet bedrohte Tier- und Pflanzenarten, deren Handel und Besitz strengen Regeln unterliegt oder gänzlich verboten ist.
- Anhang A (CITES): Arten, deren Handel und Besitz in der Regel verboten ist, es sei denn, es liegen besondere Genehmigungen vor (z.B. für wissenschaftliche Zwecke). Viele der bekanntesten exotischen Haustiere fallen unter diese Kategorie oder ähnliche nationale Beschränkungen.
- Anhang B (CITES): Arten, deren Handel und Besitz beschränkt ist. Hier sind in der Regel Nachweise über die legale Herkunft erforderlich.
- Anhang C (CITES): Arten, deren Handel und Besitz nur unter bestimmten Bedingungen erlaubt ist, oft mit Überwachungsmechanismen.
Zusätzlich zu den bundesweiten Regelungen können die einzelnen Bundesländer eigene Verordnungen erlassen, die die Haltung von als gefährlich eingestuften Tieren weiter einschränken oder verbieten. Solche Verordnungen zielen oft darauf ab, die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten, beispielsweise durch die Regulierung der Haltung von Giftschlangen, Großkatzen oder bestimmten Primaten. Die sogenannte „Gefahrtierverordnung“ oder ähnliche Titel variieren je nach Bundesland.
Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) und seine Bedeutung
Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) ist ein internationales Abkommen, das darauf abzielt, den Handel mit wild lebenden Tier- und Pflanzenarten so zu regulieren, dass deren Überleben in freier Wildbahn gesichert ist. Für Halter exotischer Haustiere ist CITES von entscheidender Bedeutung, da viele der begehrtesten exotischen Tiere unter seinem Schutz stehen. Die Anhänge A, B und C von CITES klassifizieren die Schutzbedürftigkeit der Arten und bestimmen, welche Genehmigungen und Nachweise für den legalen Besitz und Handel erforderlich sind.
Arten von CITES-Anhängen und ihre Implikationen
- Anhang I: Umfasst Arten, die vom Aussterben bedroht sind. Jeglicher kommerzielle Handel mit diesen Arten ist grundsätzlich verboten. Die Einfuhr und der Besitz sind nur unter sehr strengen Auflagen und oft nur zu wissenschaftlichen oder zuchtbuchmäßigen Zwecken mit entsprechenden Genehmigungen erlaubt. Für die meisten exotischen Haustierhalter ist dies die strengste Kategorie und schließt die Haltung praktisch aus.
- Anhang II: Beinhaltet Arten, die zwar noch nicht unmittelbar vom Aussterben bedroht sind, aber gefährdet sein könnten, wenn ihr Handel nicht streng kontrolliert wird. Für diese Arten ist der Handel mit entsprechenden Ausfuhr- und Einfuhrgenehmigungen möglich. Der Nachweis der legalen Herkunft (z.B. Zuchtnachweis) ist hierbei essenziell. Viele gängige exotische Haustiere fallen in diesen Anhang.
- Anhang III: Enthält Arten, die von einzelnen Vertragsstaaten zum Schutz vor übermäßiger Ausbeutung unter internationale Kontrolle gestellt wurden. Handel ist hier unter Nachweis der nationalen Herkunft und oft mit Ausfuhrgenehmigung möglich.
Für dich als potenziellen Halter bedeutet dies konkret, dass du für Tiere aus Anhang I meist keine Haltungserlaubnis erhalten wirst. Bei Tieren aus Anhang II sind die Nachweispflichten besonders wichtig. Du musst belegen können, dass dein Tier legal erworben wurde, idealerweise aus einer Nachzucht.
Das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) und die Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV)
Das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) bildet die rechtliche Grundlage für den Schutz der heimischen Natur und Umwelt in Deutschland. In Verbindung mit der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) werden die Bestimmungen internationaler Abkommen wie CITES national umgesetzt und ergänzt. Die BArtSchV legt detailliert fest, welche Arten besonders geschützt sind und welche Regelungen für ihre Haltung, ihren Handel und ihre Einfuhr gelten.
- Besonders geschützte Arten: Viele exotische Tiere, selbst wenn sie nicht unmittelbar vom Aussterben bedroht sind, fallen unter den Schutz des BNatSchG und der BArtSchV. Dies kann bedeuten, dass für ihre Haltung eine spezielle Genehmigung der zuständigen Naturschutzbehörde erforderlich ist.
- Einfuhrbestimmungen: Die Einfuhr von Wildtieren ist streng reglementiert. Für viele Arten benötigst du eine Einfuhrgenehmigung, die nur unter bestimmten Auflagen erteilt wird. Dies dient dem Schutz vor der Einschleppung von Krankheiten und dem unkontrollierten Eintrag invasiver Arten.
- Nachweispflichten: Die BArtSchV fordert für viele geschützte Arten den Nachweis der legalen Herkunft. Dies gilt insbesondere für Tiere, die aus Zucht stammen. Ohne entsprechende Dokumentation kann der Besitz illegal sein.
Es ist deine Pflicht als potenzieller Halter, dich bei der zuständigen Behörde (meist das örtliche Landratsamt oder die Kreisverwaltungsbehörde) über die spezifischen Anforderungen für die von dir ins Auge gefasste Tierart zu informieren. Verlasse dich nicht auf allgemeine Informationen, da sich die Gesetzeslage ändern kann und regionale Unterschiede bestehen.
Gefahrtierregelungen in den Bundesländern
Neben den bundesweiten Regelungen zum Artenschutz existieren in den meisten deutschen Bundesländern spezifische Verordnungen, die sich mit der Haltung von als gefährlich eingestuften Tieren befassen. Diese „Gefahrtierverordnungen“ dienen primär dem Schutz der öffentlichen Sicherheit und Gesundheit. Sie können die Haltung von Tieren verbieten oder an besonders strenge Auflagen knüpfen.
- Kriterien für „Gefahr“: Als gefährlich gelten in der Regel Tiere, die aufgrund ihrer Körperkraft, ihrer Giftigkeit oder ihrer aggressiven Natur eine Gefahr für Menschen, andere Tiere oder die öffentliche Ordnung darstellen können. Dazu zählen oft Giftschlangen, große Raubtiere, bestimmte Spinnenarten, aber auch exotische Säugetiere wie Riesenkrabbenechsen oder bestimmte Affenarten.
- Erlaubnispflicht: Für die Haltung vieler dieser Tiere ist eine spezielle Erlaubnis der zuständigen Behörde erforderlich. Diese wird in der Regel nur erteilt, wenn der Antragsteller nachweisen kann, dass er über die notwendige Sachkunde, geeignete und sichere Unterbringungsmöglichkeiten sowie die erforderliche Haftpflichtversicherung verfügt.
- Anzeigepflicht: Selbst für Tiere, deren Haltung nicht generell verboten ist, kann eine Anzeigepflicht bestehen. Dies ermöglicht den Behörden, einen Überblick über die im Umlauf befindlichen potenziell gefährlichen Tiere zu behalten.
- Regionale Unterschiede: Die genauen Regelungen und die Listen der als gefährlich eingestuften Tiere unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland. Was in einem Bundesland erlaubt ist, kann in einem anderen bereits unter strengen Auflagen stehen oder gänzlich verboten sein. Informiere dich unbedingt bei der Behörde deines Wohnortes.
Die Einhaltung dieser Gefahrtierregelungen ist essenziell. Verstöße können nicht nur zu empfindlichen Bußgeldern führen, sondern auch zur Beschlagnahmung des Tieres und zum Verbot weiterer Tierhaltungen.
Übersicht der Haltungsanforderungen für verschiedene exotische Tierkategorien
Die Anforderungen an die Haltung von exotischen Tieren variieren stark je nach Art und deren Herkunft. Generell gilt: Je weiter die Herkunft der Art von unseren klimatischen und ökologischen Bedingungen abweicht, desto komplexer werden die Haltungsanforderungen. Informiere dich immer spezifisch über die Bedürfnisse der jeweiligen Art.
Reptilien und Amphibien
Reptilien und Amphibien stellen besondere Ansprüche an die Haltungsumgebung, insbesondere hinsichtlich Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Beleuchtung. Viele Arten benötigen spezifische UV-Beleuchtung, um Kalziumstoffwechsel und Wohlbefinden sicherzustellen. Terrarien müssen ausbruchsicher gestaltet sein und über entsprechende Technik zur Klimatisierung verfügen.
| Kategorie | Besonderheiten | Gesetzliche Hürden | Sachkunde erforderlich | Beispiele |
|---|---|---|---|---|
| Kleine Echsen (z.B. Bartagamen, Leopardgeckos) | Spezifische Temperatur- und Feuchtigkeitszonen, UV-Beleuchtung, artgerechte Einrichtung. | Bei vielen Arten keine gesonderte Erlaubnis, aber artenschutzrechtliche Prüfung (CITES). | Mittel bis hoch, je nach Art. | Bartagame, Leopardgecko, Kornnatter. |
| Größere oder giftige Schlangen (z.B. Boa Constrictor, Königspython, Giftschlangen) | Ausbruchsichere, geräumige Terrarien, spezifische Wärmequellen, artgerechte Bepflanzung/Strukturierung. Giftschlangen unterliegen besonderen Gefahrtiergesetzen. | Besondere Genehmigungen nach Gefahrtiergesetzen, Nachweis der Sachkunde, Haftpflichtversicherung. CITES-Regelungen beachten. | Hoch bis sehr hoch, insbesondere bei Giftschlangen. | Boa Constrictor, Königspython, diverse Giftschlangen (z.B. Klapperschlangen, Vipern). |
| Frösche und Kröten (z.B. Pfeilgiftfrösche) | Hohe Luftfeuchtigkeit, spezielle Bodengründe, oft feinfühlige Temperaturkontrolle, teilweise spezielle Beleuchtung. | Je nach Art artenschutzrechtliche Prüfung (CITES), keine generellen Gefahrtierregelungen, aber artgerechte Haltung essenziell. | Mittel bis hoch, besonders bei komplexen Lebensräumen. | Pfeilgiftfrosch, Wüstenrennmaus. |
Säugetiere
Die Haltung exotischer Säugetiere ist oft am aufwendigsten und mit den meisten rechtlichen Hürden verbunden. Dies liegt an ihren komplexen sozialen Bedürfnissen, hohen Bewegungsdrang und potenziellen Gefahren (z.B. Bisse, Krankheitsübertragung). Viele exotische Säugetiere sind streng geschützt und ihre Haltung erfordert spezielle Genehmigungen.
| Kategorie | Besonderheiten | Gesetzliche Hürden | Sachkunde erforderlich | Beispiele |
|---|---|---|---|---|
| Kleine Nagetiere und Kaninchen (z.B. Rennmäuse, Degus) | Geräumige Gehege mit vielfältigen Klettermöglichkeiten, Buddelboxen, artgerechte Ernährung. | Bei vielen heimischen oder leicht zu haltenden exotischen Arten geringe Hürden, aber artenschutzrechtliche Prüfung möglich. | Mittel. | Wüstenrennmaus, Degus, Chinchillas. |
| Exotische Kleinsäuger (z.B. Fennek, Frettchen) | Große, sichere Gehege, oft mit Freilaufmöglichkeit, spezielle Ernährung, ausgeprägtes Sozialverhalten, Nachtaktivität. Fenneks und ähnliche Tiere sind oft meldepflichtig oder genehmigungspflichtig. | Oft Genehmigungspflicht nach Gefahrtiergesetzen, Nachweis von Sachkunde und sicheren Unterbringungsmöglichkeiten. | Hoch. | Fennek, Frettchen, exotische Ratten. |
| Primaten (z.B. kleine Affenarten) | Sehr komplexe soziale Bedürfnisse, große, artgerechte Gehege, artgewohnte Ernährung, ständige Beschäftigung, hohe Infektionsgefahr für Menschen. Haltung ist extrem reglementiert und oft nur für Zirkusse, Zoos oder wissenschaftliche Einrichtungen erlaubt. | Strikte Genehmigungspflicht, oft nur für spezialisierte Einrichtungen, hohe Anforderungen an Gehege und Sicherheit. CITES-Schutz oft sehr hoch. | Sehr hoch. | Kapuzineraffe, Krallenäffchen (Haltung nur unter extremen Bedingungen und selten erlaubt). |
Vögel
Exotische Vögel können eine Bereicherung für jedes Zuhause sein, aber ihre Haltung erfordert ein tiefes Verständnis ihrer Bedürfnisse nach Raum, Sozialkontakt, Ernährung und Stimulation. Viele Papageienarten sind sehr intelligent und langlebig, was eine langfristige Verpflichtung bedeutet.
| Kategorie | Besonderheiten | Gesetzliche Hürden | Sachkunde erforderlich | Beispiele |
|---|---|---|---|---|
| Kleine Singvögel (z.B. Finken, Kanarienvögel) | Geräumige Volieren, abwechslungsreiche Sitzstangen, artgerechte Ernährung, Beschäftigungsmaterial. | Bei vielen Arten geringe Hürden, aber artenschutzrechtliche Prüfung (CITES) bei bestimmten Arten möglich. | Mittel. | Zebrafink, Gouldsamadinen, Kanarienvogel. |
| Papageien und Sittiche (z.B. Wellensittiche, Aras, Kakadus) | Sehr große Volieren oder Vogelzimmer, hoher Bedarf an Beschäftigung und sozialem Kontakt, artgewohnte Ernährung, Lärmpegel. Viele Arten sind sehr langlebig. | Viele Papageienarten fallen unter CITES und erfordern Nachweise über die legale Herkunft (Zuchtnachweis). Haltungsbeschränkungen für sehr große oder bedrohte Arten möglich. | Hoch bis sehr hoch, besonders bei großen Papageien. | Wellensittich, Nymphensittich, Graupapagei, Ara, Kakadu. |
| Raubvögel und Eulen (Falknerei) | Haltung nur mit spezieller Falknerprüfung und Genehmigung. Hohe Anforderungen an Unterbringung, Flugmöglichkeiten und jagdliche Auslastung. | Strikte Genehmigungspflicht durch Falknerprüfung und Landesbehörden. Strenge Artenschutzauflagen. | Sehr hoch. | Harris Hawk, Wüstenbussard, verschiedene Eulenarten (nur für Falkner). |
Wirbellose Tiere
Obwohl oft unterschätzt, stellen auch wirbellose Tiere wie Spinnen, Skorpione oder Insekten spezifische Anforderungen. Die Haltung ist oft weniger komplex als bei Wirbeltieren, aber das Wissen über ihre Lebensweise ist entscheidend, um ihnen ein artgerechtes Leben zu ermöglichen. Einige Giftschlangen und Skorpione fallen unter Gefahrtierregelungen.
| Kategorie | Besonderheiten | Gesetzliche Hürden | Sachkunde erforderlich | Beispiele |
|---|---|---|---|---|
| Spinnen (z.B. Vogelspinnen) | Geeignete Terrarien mit artenspezifischen Bodengründen, Temperatur- und Feuchtigkeitskontrolle, Fallschutz für arboreale Arten. Einige Giftschlangen und Skorpione sind genehmigungspflichtig. | Bei ungiftigen Spinnen oft keine gesonderte Erlaubnis. Giftige Arten (z.B. bestimmte Skorpione) können unter Gefahrtiergesetze fallen. CITES-Regelungen beachten. | Mittel bis hoch, bei giftigen Arten sehr hoch. | Verschiedene Vogelspinnenarten, Skorpione (z.B. Kaiserskorpion). |
| Insekten (z.B. Stabschrecken, Ameisen) | Terrarien mit artenspezifischer Einrichtung, Temperatur- und Feuchtigkeitskontrolle. | Generell geringe Hürden, aber CITES-Schutz für einige Arten möglich. | Gering bis mittel. | Stabschrecken, Gottesanbeterin, Ameisen (in speziellen Nestern). |
Worauf du bei der Anschaffung achten musst
Die Entscheidung für ein exotisches Haustier ist eine langfristige Verpflichtung. Sei dir der Verantwortung bewusst und informiere dich gründlich, bevor du dich entscheidest. Der Wohl des Tieres und die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften stehen an erster Stelle.
Die Bedeutung der Herkunft und des Nachweises
Ein zentraler Aspekt bei der Haltung exotischer Tiere ist die Herkunft. Tiere, die aus illegalem Wildfang stammen, gefährden nicht nur die Populationen in ihren natürlichen Lebensräumen, sondern sind oft auch krank, gestresst und haben eine geringere Lebenserwartung. Zudem ist der Besitz illegal erworbener Tiere strafbar.
- Zuchtnachweis: Für viele geschützte Arten ist es gesetzlich vorgeschrieben, einen Nachweis über die legale Zucht (Nachzuchtnachweis) vorlegen zu können. Dies ist oft ein Ring, ein Chip oder ein Zertifikat des Züchters, das die Herkunft und das Geburtsdatum des Tieres dokumentiert.
- CITES-Papiere: Für Tiere, die unter das Washingtoner Artenschutzübereinkommen fallen, benötigst du entsprechende CITES-Papiere, die die legale Ein- und Ausfuhr sowie den Besitz belegen.
- Herkunftsnachweis vom Händler: Seriöse Händler können und werden dir Auskunft über die Herkunft ihrer Tiere geben und entsprechende Nachweise vorlegen. Frage aktiv nach diesen Dokumenten und zweifle nicht, kritisch nachzufragen.
- Vermeide Wildfänge: Unterstütze niemals den Handel mit Wildfängen. Dies schadet der Artenvielfalt und ist oft mit Tierleid verbunden.
Sachkundenachweis und Genehmigungen
Für die Haltung vieler exotischer Tiere, insbesondere von als gefährlich eingestuften Arten, ist ein Sachkundenachweis erforderlich. Dieser soll sicherstellen, dass du die Bedürfnisse des Tieres kennst und es artgerecht halten kannst.
- Artenschutzrechtliche Genehmigungen: Für Tiere, die unter strengen Artenschutz fallen (z.B. CITES Anhang A), benötigst du eine gesonderte Genehmigung der zuständigen Naturschutzbehörde.
- Gefahrtiererlaubnis: Für Tiere, die als gefährlich gelten, ist eine Erlaubnis nach den jeweiligen Landesverordnungen notwendig. Diese wird oft erst nach Vorlage eines Sachkundenachweises, eines einwandfreien polizeilichen Führungszeugnisses und einer entsprechenden Haftpflichtversicherung erteilt.
- Sachkundeprüfungen: Diese werden oft von anerkannten Organisationen oder den Behörden selbst abgenommen. Sie umfassen theoretisches Wissen über Biologie, Haltung, Ernährung und Rechtliches sowie praktische Aspekte.
- Dokumentation der Sachkunde: Bewahre alle Nachweise über deine Sachkunde sorgfältig auf, da du sie den Behörden auf Verlangen vorlegen musst.
Die richtige Unterbringung: Gehege und Umgebungsbedingungen
Eine artgerechte Unterbringung ist entscheidend für das Wohlbefinden und die Gesundheit deines exotischen Haustieres. Dies umfasst nicht nur die Größe des Geheges, sondern auch dessen Ausstattung und die Umgebungsbedingungen.
- Größe und Strukturierung: Das Gehege muss ausreichend groß sein, um den natürlichen Bewegungsdrang des Tieres zu ermöglichen. Es muss strukturiert sein und Versteckmöglichkeiten, Kletteräste, Bodengründe oder Wasserstellen bieten, je nach den Bedürfnissen der Art.
- Klima und Beleuchtung: Viele exotische Tiere benötigen spezifische Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsbedingungen, die durch Heizsysteme, Vernebler oder spezielle Lüftungssysteme erreicht werden müssen. UV-B-Licht ist für viele Reptilien essenziell für den Vitamin-D3-Stoffwechsel.
- Sicherheit: Gehege müssen ausbruchsicher sein, um ein Entlaufen des Tieres zu verhindern. Bei gefährlichen Tieren müssen die Sicherheitsvorkehrungen besonders hoch sein, um jegliche Gefahr für Menschen und andere Tiere auszuschließen.
- Pflege und Hygiene: Regelmäßige Reinigung und Desinfektion des Geheges sind unerlässlich, um Krankheiten vorzubeugen. Informiere dich über die spezifischen Reinigungsintervalle und -methoden für deine Tierart.
Ernährung und Gesundheit
Die richtige Ernährung ist ein Eckpfeiler der Gesundheit. Exotische Tiere haben oft sehr spezifische Ernährungsbedürfnisse, die von der natürlichen Nahrung in ihrer Herkunftsumgebung abgeleitet sind.
- Spezifische Nahrungspläne: Informiere dich genau über die Diät deiner zukünftigen Haustieres. Handelt es sich um Fleischfresser, Pflanzenfresser, Allesfresser oder spezialisierte Insektenfresser? Achte auf eine ausgewogene Zusammensetzung und die richtige Futtergröße.
- Frischfutter und Supplementierung: Viele exotische Tiere benötigen frisches Futter, das oft mit Vitaminen und Mineralstoffen angereichert werden muss, insbesondere Kalzium und Vitamin D3 für Reptilien.
- Krankheitsvorsorge und Tierarzt: Suche einen auf Exoten spezialisierten Tierarzt in deiner Nähe. Regelmäßige Kontrollen und eine schnelle Reaktion bei Krankheitssymptomen sind entscheidend.
- Krankheitsübertragung: Sei dir bewusst, dass einige exotische Tiere Krankheiten auf Menschen übertragen können (Zoonosen). Gute Hygiene ist daher unerlässlich.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Exotische Haustiere erlaubt: Ein Leitfaden
Sind alle exotischen Tiere in Deutschland erlaubt?
Nein, bei Weitem nicht alle exotischen Tiere sind in Deutschland erlaubt. Die Haltung wird durch verschiedene Gesetze und Verordnungen geregelt, die dem Artenschutz, der öffentlichen Sicherheit und dem Gesundheitsschutz dienen. Insbesondere Arten, die als gefährlich eingestuft werden, stark gefährdet sind oder das Potenzial haben, heimische Ökosysteme zu schädigen, sind verboten oder nur unter sehr strengen Auflagen haltbar.
Welche Behörde ist für Genehmigungen zuständig?
Zuständig sind in der Regel die unteren Naturschutzbehörden bei den Landratsämtern oder Kreisverwaltungsbehörden deines Wohnortes. Bei Fragen zu „Gefahrtieren“ kann auch das Veterinäramt involviert sein. Es ist ratsam, sich frühzeitig bei deiner lokalen Behörde zu informieren.
Wie finde ich heraus, ob ein bestimmtes exotisches Tier legal ist?
Du musst dich über die geltenden Gesetze informieren, insbesondere über das Bundesnaturschutzgesetz, die Bundesartenschutzverordnung und die jeweiligen Gefahrtierverordnungen deines Bundeslandes. Am sichersten ist es, direkt bei der zuständigen Naturschutzbehörde nachzufragen. Informationen zu CITES-gelisteten Arten findest du auf den Webseiten des Bundesamtes für Naturschutz.
Muss ich für jedes exotische Tier eine Genehmigung beantragen?
Nicht für jedes exotische Tier ist eine Genehmigung zwingend erforderlich. Für viele gängige exotische Haustiere, die nicht unter Artenschutz fallen oder als nicht gefährlich gelten, ist keine spezielle Genehmigung nötig. Allerdings können Nachweise über die legale Herkunft erforderlich sein. Für als gefährlich eingestufte Tiere oder solche unter strengem Artenschutz ist eine Genehmigung jedoch unerlässlich.
Was passiert, wenn ich ein Tier ohne Erlaubnis halte?
Die Haltung von Tieren ohne erforderliche Erlaubnis oder unter Verstoß gegen Artenschutzbestimmungen kann zu empfindlichen Geldstrafen, der Beschlagnahmung des Tieres und einem Haltungsverbot führen. Im Falle von illegalem Handel mit geschützten Arten können auch strafrechtliche Konsequenzen drohen.
Sind Nachzuchten immer einfacher zu halten?
Ja, die Haltung von Nachzuchten ist in der Regel rechtlich einfacher, da sie den Artenschutzbestimmungen bezüglich illegalen Wildfangs umgehen. Sie sind oft auch besser an die Haltung in Gefangenschaft angepasst und weniger gestresst als Wildfänge. Dennoch bleiben die artenspezifischen Haltungsanforderungen bestehen.
Was sind die häufigsten Fehler bei der Haltung exotischer Haustiere?
Häufige Fehler sind mangelnde Information über die spezifischen Bedürfnisse der Tiere, unzureichende Haltungsbedingungen (zu kleine Gehege, falsche Temperatur/Feuchtigkeit), falsche Ernährung, fehlende artenschutzrechtliche Kenntnisse und die Unterschätzung der Verantwortung, die mit der Haltung eines exotischen Tieres einhergeht.